Einen Frühlingtag, eine kräftige, saftige Wiese, über die Ernestus auf der Suche nach seiner Geis schreitet, wünsche ich mir, wie ich auf die Stätte zuschreite, wo der Roman «Helisee» spielt. Doch nichts davon! Stattdessen bläst eine unangenehme Brise über das Gelände. Unter den Schuhen knirscht der Schnee. Die Stimmung vermittelt einen ersten Eindruck der Lebensbedingungen,„Nuithônia’s Gral“ weiterlesen
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Schiere Grenzenlosigkeit
Die hurtige Route hinaus aufs Land deutet die Weite des Gebiets an, die der strebsame Bauer in Leo Tolstois kurzer Geschichte «Wieviel Erde braucht der Mensch?» begehen will, um den abmarschierten Grund als seinen Besitz zu kennzeichnen. Die schiere Grenzenlosigkeit der Absicht eines rastlosen Mannes, der immer mehr will, verdeutlicht der Autor in einem anderen„Schiere Grenzenlosigkeit“ weiterlesen
Des Granatapfels viele Häute
Die Arbeit Wer je einen Granatapfel geöffnet hat, weiss, dass man seine liebe Mühe damit hat, bis all seine Kostbarkeiten heraus geschält sind. Die Lust auf die Frucht ist aber gross. Bis all diese Vorhaut, Zwischenhaut, Umhaut und jungfräuliche Haut entfernt ist, um an die begehrten Früchte heranzukommen, ist eine gehörige Fingerfertigkeit nötig. Der Granatapfel„Des Granatapfels viele Häute“ weiterlesen
Innere Aussichten
Soll einer sagen: Leser sind faul! Ja, sie sind es. Ich in zweierlei Hinsicht: Erstens würde ich bei der Suche nach einem dünnen Buch, das mir gefällt, in einem Buchladen eine Verkäuferin auf meinen Wunsch ansprechen. Was ich auch tat. Zweitens: Warum suche ich eine dünnes Buch? Ich will in möglichst kurzer Zeit herausfinden, was„Innere Aussichten“ weiterlesen
Kühe sind keine Zeugen
Noch eine letzte Kurve und schon taucht im Talkessel hoch oben in den Bergern der Weiler Taveyannaz auf. Ein breiter Bergrücken schirmt den Ort, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, von der Morgensonne ab. Die Örtlichkeit ist in den Landkarten als Refuge, als Refugium, vermerkt. Keines der naturbelassen wirkenden und nach authentischem Holz„Kühe sind keine Zeugen“ weiterlesen
Reisewut am Ort
„Suffer the little childern“ von Donna Leon erwies sich als ein hartes Stück Arbeit. Zum guten Glück gibt es in Venedig, um sich von einem Ort zu einem anderen zu verschieben, das Schiff. Meine erste Adresse war der Ramo Bragadin. Dieses wirklich sehr kurze Strässchen, vielleicht acht Meter lang, sofern das nicht schon hoch gegriffen„Reisewut am Ort“ weiterlesen
Bezaubernder Dieb
Den kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen! Heute beende ich die Lektüre der Aspern Papers von Henry James. Die Geschichte spielt in Venedig. Zu meinem Schrecken muss ich feststellen, dass der „diebische Publizist“ zehn Seiten vor Schluss der Geschichte fluchtartig die Stadt verlässt. Also widerfährt mir hier das gleiche Schicksal wie schon in Davos.„Bezaubernder Dieb“ weiterlesen
Der Tod fährt mit
In einer schwimmenden Sardinenbüchse habe ich mich heute zum Lido begeben. In Venedig werden die Gondeln literarisch mit dem Tod verknüpft. Dieser Kahn aber, Linie 5,2, entspricht einem schwimmenden Sarg. Wer drin sitzt, hat das Gefühl, er befinde sich in einem U-Boot mit dem Schick einer Waschküche und kleinen Bullaugen, die kein Entkommen ermöglichen, wenn„Der Tod fährt mit“ weiterlesen
Alles Fake
Mit den besten Grüssen aus Venedig! Den ersten Roman habe ich vor Ort fertig gelesen. Er heisst „A Haunting in Venice“ (oder auch „Mystery in Venice“), ist Agatha Christie zugeschrieben und zeigt, wie Hercule Poirot einem Mord, bald sind es schon zwei, an einer Halloween-Party in einem Palast in Venedig nachjagt. Passt absolut in unsere„Alles Fake“ weiterlesen
Vier Tage Venedig
Erster Tag: Agatha Christie Zweiter Tag: Thomas Mann Dritter Tag: Henry James Vierter Tag: Donna Leon Weitere Texte: Marc Voltenauer: Kühe sind keine Zeugen Michael Fehr: Innere Aussichten Des Granatapfels viele Häute Leo Tolstoi: Schiere Grenzenlosigkeit Andreas Sommer: Nuithônia’s Gral Unbekannter Autor: Willkürliche Zeit Donna Leon: Feigenblatt des Superkonsums Basler Waggis: Das leere Buch Joseph„Vier Tage Venedig“ weiterlesen