Platons Höhlenvisions Sicht auf den Hund

Mein Hund und ich formen ein angespanntes Paar, wenn wir unterwegs sind. Angespannt? Ja aber nicht, weil wir, als bildeten wir gemeinsam eine Kalesche, wie Ross und Wagen aneinander gebunden sind. Auch nicht weil der Hund mich an langer Leine hinter sich her führt. Wir sind auch keine Spanner, die hinter Büschen nach anderen Hunden„Platons Höhlenvisions Sicht auf den Hund“ weiterlesen

WEF-Stahl statt Glas

Zeichne mir eine Galeere. Sie soll gross sein. Und die Gestalt haben von einem unförmigen Klotz, der ohne Schönheit ist. Diese Galeere liegt nicht im Hafen von Olisipo, heute Lissabon, sondern in den Bergen und ist an den Hängen des Schiahorn und Jakobshorn vertäut. Ich habe mich nach Davos begeben, um dem Schiff nachzuspüren und„WEF-Stahl statt Glas“ weiterlesen

Als ob nichts geschehen wäre

Mit einem Ziegelstein bin ich nach Dachau gereist. Als ob es dort nicht schon genug Ziegelsteine gäbe. Das Krematorium besteht aus solchen. Als Mahnmal für eine absolut menschenverachtende Gesellschaft steht der Ofen nach wie vor da. Er ist rot. Mein Ziegelstein hatte als Inhalt nicht gebrannte Erde, sondern Papier und viel Text über Blut und„Als ob nichts geschehen wäre“ weiterlesen

Euridices formvollendetes Haar

Am besten nachts passt es, durch Georges Rodenbachs Roman Brügge-die-Tote zu streifen. Die Stadt wirkt alt und geeignet, um das Trauer-Delirium von Hugues Viane würdig aufzunehmen. Dann hängen wie Tränen die langen Äste der Trauerweiden kaum sichtbar über dem Wasser, das die Kanäle füllt, welche die Stadt durchfliessen. Zu jener Tageszeit ist die Stadt wirklich„Euridices formvollendetes Haar“ weiterlesen